Persönliches

Das Licht der Welt erblickte ich rechtzeitig zum Weihnachtsfest 1957, am 16. Dezember in Manderscheid in der Eifel. Manderscheid ist ein Ort mit 1400 Einwohnern und war schon damals stark vom Fremdenverkehr geprägt. Meine Mutter Käte führte dort eine kleine Pension mit 20 Gästebetten. Mein Vater Josef arbeitete als Inspektor in der Gemeindeverwaltung, wurde wegen Krankheit jedoch frühpensioniert. In Manderscheid verbrachten mein jüngerer Bruder Stefan und ich unsere Kindheit und Jugend. Im Juni 1976 machte ich dann mein Abitur am heutigen Geschwister-Scholl-Gymnasium in Daun.

Zum Wintersemester 1976 /77 begann ich mein Studium der Rechtswissenschaften in Gießen. Warum Jura? Es schien mir die rechte Mischung zwischen Neugier darauf, wie die Menschen in unserer Gesellschaft zusammenleben und der Frage nach Regeln und Ordnung dafür. Im 3.Semester wechselte ich dann an die Universität Bonn. Ich habe meine Zeit an der Uni Bonn sehr genossen. Mit Studienkolleginnen und –kollegen von damals verbindet mich bis heute eine enge Freundschaft.

An die Erste Staatsprüfung schloss sich mein Referendariat beim Oberlandesgericht Koblenz an, mit Stationen in Trier und Bonn. Die Zweite Staatsprüfung legte ich im September 1985 in Trier ab. Eine hervorragende Juristin bin ich nie gewesen und wollte ich nie sein. Das Recht und seine Anwendung sind für mich immer nur ein Mittel, um das Zusammenleben der Menschen verträglich zu regeln, kein Selbstzweck. Daher entdeckte ich während der Referendarzeit bei der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm meine Vorliebe für die öffentliche Verwaltung .Ich bewarb mich beim Innenministerium in Mainz und hatte das Glück, eine Stelle als Regierungsrätin z.A., d.h. „zur Anstellung“ zu bekommen.

Im Dezember 1985 begann ich meine berufliche Tätigkeit zunächst in der Bezirksregierung Rheinhessen-Pfalz in den Referaten Polizei und Wirtschaftsförderung. Dort durfte ich mich ein gutes Jahr lang zwischen Widerspruchsbescheiden und Dienstordnungsverfahren bewähren. Hier stellte ich fest, dass ich eigentlich noch bürgernäher arbeiten wollte. Deshalb freute ich mich über meine Versetzung zur Kreisverwaltung Bad Dürkheim im Februar 1987. Dort wurde ich zuständig für das Kreiskrankenhaus Grünstadt, für das Jugend-, Sozial- und Gesundheitsamt und wurde Vorsitzende im Kreisrechtsausschuss. Aus der Arbeit an konkreten sozialpolitischen Fragen, der Chance, Menschen zu helfen, gewinne ich bis heute sehr viel Freude, Kraft und Zufriedenheit.

Im April 2000 wurde ich vom Kreistag zur 2. hauptamtlichen Beigeordneten gewählt.
Nachdem mein Vorgänger Georg Kalbfuß zu erkennen gab, in den Ruhestand gehen zu wollen, habe ich lange mit mir gerungen, ob ich in seine Fußstapfen treten sollte und wollte. Schließlich bewarb ich mich um das Amt. Am 25.3. 2001 wurde ich durch die Bevölkerung im ersten Wahlgang zur Landrätin des Landkreises Bad Dürkheim direkt gewählt.
Dafür bin ich dankbar. Denn die direkte Wahl ist in unserer Demokratie der größte Vertrauensbeweis, den sich eine Amtsinhaberin wünschen kann. Sie gibt Kraft und Stärke, Legitimation, und ist zugleich Verpflichtung und Verantwortung.

Ich habe den Schritt in die Kommunalpolitik nie ernsthaft bereut. Das Amt als Landrätin des Kreises Bad Dürkheim macht mir sehr viel Freude. Ich leite die Kreisverwaltung mit 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ich bin für einen Haushalt von 170 Millionen Euro (Kreis und Krankenhaus) verantwortlich. Und ich vertrete den Landkreis in zahlreichen Funktionen, zum Beispiel als stellvertretende Vorsitzende der Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz, als Mitglied im Vorstand des Landkreistags Rheinland-Pfalz und im Gesundheitsausschuss des Deutschen Landkreistags. Daneben bin ich natürlich in der SPD in verschiedenen Funktionen und auf mehreren Ebenen aktiv, um den örtlichen Interessen in der Landespolitik, das Gehör zu verschaffen, das sie verdienen: Als Mitglied des Landesvorstands der SPD Rheinland –Pfalz, als Stellvertretende Vorsitzende der Bundes-SGK , der kommunalen Arbeitsgemeinschaft innerhalb der SPD. Seit 1999 bin ich zudem Mitglied des Verfassungsgerichtshofs des Landes Rheinland-Pfalz.

Seit 23 Jahren bin ich in der Pfalz und seit 1991 in Wachenheim an der Weinstraße zu Hause. Ich fühle mich hier in meinem Freundeskreis sehr wohl. Da ich sehr viel in der Öffentlichkeit stehe, ist es ganz wichtig für mich, dass ich mich auch zurückziehen und entspannen kann. Musik ist dabei sehr wichtig für mich: machen und hören. Neben dem Besuch von klassischen und Jazzkonzerten genieße ich das gemeinsame Musizieren in der Musikschule Leininger Land. Ich reise gern, sowohl in Deutschland, als auch Europa und weiter. Durch die neuen Kulturen und die notwendige Erholung - lange schlafen und viel lesen – schöpfe ich Anregung und Kraft für den Beruf. Ich bin leider nicht immer erfolgreich, Gymnastik und Wandern in meinem Alltags-Kalender einzubauen. Dies gilt auch für die früher häufigen Wochenendbesuche bei meiner in ganz Deutschland verstreuten Verwandten und Freunden. Deshalb freue ich mich heute, wenn sie mich besuchen und ich ihnen die Schönheiten der Pfalz zeigen kann.

 
 

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